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Das Familiengut

Familiengut was ist das?

Der Schutz des persönlichen und familiären Vermögens ist für Unternehmer, Verwalter, Freiberufler und Führungskräfte von zunehmender Wichtigkeit.

Denn,

  • Der Einzelunternehmer, der Gesellschafter einer Offenen Handelsgesellschaft oder der Komplementär einer Einfachen Kommanditgesellschaft haften für die Tätigkeit innerhalb der Gesellschaft mit dem gesamten Vermögen.
  • Der Gesellschafter einer Kapitalgesellschaft (GmbH oder AG), gewährt oft Bürgschaften oder persönliche Haftungen und haftet oft auch als Verwalter.
  • Der Freiberufler hingegen ist dem Risiko potentieller Schadensersatzforderungen ausgesetzt.
  • Die Haftung jener, welche eine leitende Position in einem Unternehmen oder öffentlichen Behörde inne haben, steigt zunehmend an.

Durch die Bildung eines Famliengutes kann Ihr Vermögen geschützt werden.

Mit der Gründung eines Familiengutes können Immobilien, registrierte bewegliche Sachen und Wertpapiere dazu bestimmt und gebunden werden, ausschließlich der Familie und deren Bedürfnissen bereit zu stehen.

Der Schutz

Das Gesetz sieht vor, dass all jene Güter, welche durch das Familiengut für Familienzwecke gebunden sind, nicht für Schulden, welche nicht im Interesse der Familie aufgenommen wurden, zwangsvollstreckt werden können.

Gemeint sind vor allem Schulden, welche in Bezug auf die Führung eines Unternehmens oder der damit zusammenhängenden Berufstätigkeit, aufgenommen wurden; sowie auch jene Schulden, welche auf Grund von Schadensersatzforderungen oder Verwaltungsstrafen entstanden sind.

Die Rechtssprechung (Kass., 7. Juli 2009, Nr. 15862 und Steuerkommission von Mailand, 20. Dezember 2010, Nr. 437) ist zudem der Meinung, dass das Familiengut auch vor Steuerschulden schützt, sofern letztere nicht zum Wohle und im Interesse der Familie entstanden sind

Allerdings ist zu beachten, dass das Familiengut von Gläubigern von Schulden, welche bereits vor der Gründung des Familiengutes bestanden haben, anfechtbar ist.

Zudem müssen die Eheleute immer beweisen können, dass der Gläubiger davon in Kenntnis war, dass die Schulden nicht für die Bedürfnisse der Familie aufgenommen worden sind.

Mit der Gründung eines Familiengutes kann sich eine Familie somit nicht der Begleichung von Schulden, welche bereits vor der Gründung des Familiengutes bestanden, entziehen. Sollte jemand trotzdem versuchen sich mit der Gründung eines Familiengutes der Begleichung von bereits existierenden Schulden zu entziehen, kann dies auch strafrechtliche Folgen haben, vor allem dann, wenn es sich um Steuerschulden oder Schulden gegenüber dem Staat handeln sollte.

Wie wird das Familiengut gegründet

Das Familiengut wird mit einer notariellen Urkunde gegründet.

Bedingung für die Gründung eines Familiengutes ist die Ehe. Nicht verheiratete zusammenlebende Partner sind hingegen nicht berechtigt ein Familiengut zu gründen.

In diesen letzten Fällen ist jedoch eine Bindung nach Art. 2645 ter ZGB möglich.

Zusätzliche Informationen erhalten Sie in unserer Kanzlei.

Die Verwaltung

Die ordentliche Verwaltung der Güter kann, wie bei der Gütergemeinschaft, von den Ehepartnern getrennt voneinander ausgeübt werden. Für die außerordentliche Verwaltung (Verkauf, Bestellung einer Hypothek...) der Güter ist hingegen das Einverständnis beider Ehepartner notwendig.

Wenn minderjährige Kinder Teil der Familie sind, ist für die außerordentliche Verwaltung zudem die richterliche Genehmigung notwendig.